Mittwoch, 12. Juli 2017

Europameisterin im Ironman



Ich bin einfach nur sprachlos - mir fehlen noch immer die Worte! Letzten Sonntag am 9.7.2017 konnte ich mir den Europameistertitel bei den Ironman European Championships Frankfurt in meiner Altersklasse sichern und darf mich ab sofort Europameisterin im Ironman nennen. Mit einer Gesamtzeit von 9:44:57 wurde ich in dem wirklich stark besetzten internationalen Profi- und Amateurfeld 15te bzw. rannte als 9te Europäerin über die Finishline. Für das 3,8km lange Schwimmen im Langener Waldsee benötigte ich 1:04:10, 4:53 brauchte ich durch die sehr lange Wechselzone 1, mit 4:52:57 knallte ich über 180km die schnellste Radzeit der Amateurinnen auf den Asphalt, bevor es nach einer sehr schnellen Wechselzeit von 1:20 auf die 42,2 km lange Laufstrecke über 4 Runden ging. Bei 32 Grad Lufttemperatur spulte ich den Marathon in 3:41:40 herunter, was die Gesamtzeit von 9:44:57 ergibt.
Nach langem hin und her, sehr verunsichert und nicht wissend wie es mir bei diesem Ironmanrennen ergehen wird, setzte ich mich schlussendlich am Freitag in der Früh in das Flugzeug nach Frankfurt. Das letzte Monat der Vorbereitungen verlief alles andere als optimal. Nach dem Altstadtlauf am Donnerstag. den 8.Juni, der mir schon nicht ganz leicht von der Hand gegangen ist und einem härteren Radtraining am Freitag. hat es mich Samstag im wahrsten Sinne des Wortes niedergestreckt. Zu diesem Zeitpunkt hoffte ich, dass es sich nur um einen harmlosen Infekt handelt und ich bis zur Europameisterschaft über die Olympische Distanz, die am 17.Juni stattgefunden hat, wieder fit bin. Leider war der Infekt richtig hartnäckig und ich hatte immer wieder hohe Fieberschübe, sodass ich schweren Herzens die EM in Kitzbühel absagen musste. Die darauffolgende Woche war die reinste Hölle für mich, da ich so starke Kopfschmerzen hatte und an ein normales Training nicht zu denken war. Am darauffolgenden Wochenende konnte ich ein wenig locker radeln und schwimmen – aber das war es dann auch schon. Erst in der Vorwettkampfwoche fühlte ich mich ein wenig besser und versuchte am Dienstag mit einem etwas zügigeren Lauf meinen Körper wieder ein wenig zu belasten – womit ich kläglich scheiterte. Ich konnte kein gescheites Tempo laufen und musste den Tempolauf nach wenigen Kilometern abbrechen. Das Resultat der Trainingseinheit war, dass ich mich am Mittwoch vor lauter Muskelkater fast nicht mehr bewegen konnte. Also musste Plan B ausgepackt werden. Achim plante nochmals den „Notfallplan“ um und ich verbrachte den Rest der Woche mehr oder weniger am Rad, was von Tag zu Tag immer besser funktionierte und ich schön langsam wieder etwas höhere Belastungen zu vertragen begann. Am Samstag, 8 Tage vor dem Wettkampf, wagte ich es noch einmal in die Laufschuhe. Im Rahmen einer Koppeleinheit versuchte ich, ob ich mich bei Laufen belasten kann – und es funktionierte. Es war zwar nicht möglich die Pace von vor vier Wochen zu laufen – aber ich war immerhin in der Lage so halbwegs zu laufen, ohne dass meine Muskeln bzw. Körper streikten. Nach der Koppeleinheit am Samstag, folgte noch eine lange Radausfahrt am Sonntag mit einem anschließenden lockeren Lauf über 45 Minuten. Als ich diese Einheit auch gut verkraftet hatte – war klar, dass ich auf jeden Fall nach Frankfurt fliege und mich mit dem Motto „die Hoffnung stirbt zuletzt“ an die Startlinie stellen werde. Eines war mir ganz klar – diese langwierige Infektion hat sehr viel Substanz gekostet und ich konnte bei diesem wichtigen Rennen nur riskieren, alles auf eine Karte setzten und hoffen, dass ich das Rennen irgendwie unter die Top 3 ins Ziel bekomme, denn nur so hätte ich eine realistische Chance auf ein Hawaii Ticket.

Anreise und Wettkampfvorbereitung
Die Anreise nach Frankfurt war perfekt. Von Graz flogen wir am Freitag in der Früh nach Frankfurt. Vom Flughafen ging es mit S-Bahn in Stadt, wo wir nur wenige Meter von der Wechselzone 2 und dem Zieleinlauf ein wirklich super Hotel gebucht hatten. Nachdem wir unsere Sachen im Hotel abgeben hatten- ging es zur Registrierung, wo ich meine Startunterlagen abholte. Freitagnachmittag machte ich einen sehr kurzen und lockeren Lauf bevor ich den Rest des Tages die Beine hochlagerte. Der Samstag startete mit einem sehr ausgiebigen und leckeren Frühstück. Am Vormittag hüpfte ich noch einmal für 30 Minuten in meine Laufpatschen. Am Nachmittag ging es dann zum Langener Waldsee, wo sich die erste Wechselzone befand.
Ich checkte Walpurga ein und stellte sie auf ihren Platz. Die Wechselzone war richtig riesig und ich brauchte einige Zeit um mir die ganzen Wege einzuprägen. Nach dem Check-in ging es weiter wieder zurück in Hotel zum Relaxen. 
Renntag
Um 3.15 Uhr hüpfte ich top motiviert aus den Federn. Nach meinem obligatorischen Wettkampftag-Frühstück, das aus selbstgebackenem Carbocake und Kaffee bestand, machten wir uns auf den Weg zum Schwimmstart. Die Stimmung am Langener Waldsee war einfach großartig. In der Wechselzone pumpte ich nochmal Walpurgas Patschen auf, bestückte sie mit meiner Wettkampfernährung, streichelte sie noch einmal und machte mich dann auf den Weg zum Schwimmstart. Die Wassertemperatur betrug 24,2 Grad, was für uns Agegrouper bedeutete, dass mit Neoprenanzug geschwommen werden konnte (ein Neoprenverbot gilt ab 24,5 Grad). Ich war über diese Nachricht nicht sehr erfreut, da ich einfach ohne Neo viel lieber schwimme. Nichts desto trotz hüpfte ich ca. 20 Minuten vor dem Start in meinen Neo und ordnete mich für den Rollingstart in der Box für Schwimmzeiten 1.00-1.10 ein, was sich im Nachhinein herausstellte, ein Fehler war. Der Startschuss für Profis erfolgte um 6.30. Für uns Agegrouper ging es ab 6:40 los. Vorteil des Rollingstartes ist, dass die Zeit erst zu laufen beginnt wenn man über die Startmatte läuft. Ich startete um 7:47 Uhr relativ weit vorne aus der Startbox für Schwimmzeiten zwischen 1:00-1:10. Ich ging das Schwimmen eher vorsichtig an. Trotzdem überholte ich die ganze Zeit Athleten und musste die ganze Zeit zick  zack schwimmen, was ohne Zweifel einiges an Zeit gekostet hat. Leider habe ich mich zu weit hinten positioniert, sodass auf den ersten 1,5 Kilometern ein flüssiges schwimmen irgendwie nicht möglich war. Nach dem Landausstieg, auf der zweiten Schwimmschleife funktionierte das Schwimmen dann ein wenig besser, da ich anscheinend alle langsameren endlich überholt hatte und endlich gerade Schwimmen konnte. Nach 1:04:10 stieg ich aus den Fluten.
Ich wusste, dass die Schwimmleistung keine herausragende war, war aber recht optimistisch, da ich mich richtig gut fühlte und schon aufs radeln freute. In der Wechselzone schnappte ich Walpurga und machte mich auf den Weg über die 180 Kilometer. Die ersten 20 Kilometer der Radstrecke waren „brettl eben“ was mir natürlich voll liegt. Von Anfang an konnte ich am Rad Druck machen und sammelte eine Athletin nach der anderen ein.

Nach 20 Kilometern - die erste Schrecksekunde. Obwohl ich meine Werkzeugflasche am hinteren Flaschenhalter festgepickt habe, ist sie in einer Passage wo der Asphalt wirklich schlecht war und ich noch dazu ein gescheites Schlagloch erwischte, im hohen Bogen geflogen – und weg war sie. Ab diesem Moment betete ich nur noch, dass ich ja keinen Platten habe, denn ohne Pannenspray hätte das, das Aus bedeutet. Die erste Radrunde hab ich super heruntergebogen und Gerhard hat mir zugerufen dass ich schon 10 Minuten Vorsprung auf die Zweite hatte. Das hat mich natürlich enorm motiviert und ich bin über die zweite Runde förmlich geflogen. 
Mit 4:52:52, was einem 36,5km/h Schnitt entspricht, knallte ich einen richtig guten Radsplit hin und wechselte mit 20 Minuten Vorsprung zum Laufen. 20 Minuten klingt sehr viel, aber bei einem Ironman können 20 Minuten Vorsprung beim Laufen auch sehr schnell weg sein. Die Laufstrecke führte über 4 Runden entlang des Mainufers, vorbei an der berühmten Skyline von Frankfurt. Auf der gesamten Laufstrecke waren tausende von Zuschauer, die einfach eine grandiose Stimmung verbreiteten und uns Athleten richtig puschten. Es gab wirklich keinen Meter, wo keine Zuschauer waren. Mein Ziel war es einen Marathon um 3:30:00 zu laufen, was eine Pace von 5:00 pro Kilometer bedeutete. Trotz des harten Radfahrens fühlten sich meine Beine am Anfang ganz gut an und ich konnte die ersten 10 Kilometer auch die angestrebte Pace laufen. 
Das Ganze ging bis ca. Kilometer 15 gut. Ab Kilometer 15 merkte ich dann, dass mir die Laufkilometer in den letzten Wochen fehlten und die Pace fiel auf 5:15 pro Kilometer ab. Bei der Halbmarathonmarke rief mir Gerhard zu, dass meine Verfolgerinnen auch nicht viel schneller laufen als ich und der Vorsprung nach wie vor rund 20 Minuten beträgt. 
Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass wenn ich die zweite Hälfte des Marathon irgendwie unter 2 Stunden runterspule, ich mir den Europameistertitel holen kann. Kilometer um Kilometer spulte ich herunter und wurde dabei leider immer langsamer. Die Pace betrug nur mehr 5:30 pro Kilometer und meine Beine schmerzten so richtig. Um nichts zu riskieren, blieb ich bei fast jeder Labestation stehen, um mich runter zu kühlen, zu essen und zu trinken. Die Hitze am Nachmittag war mit 32 Grad doch sehr unangenehm und so richtig Spaß machte das Laufen nicht mehr.
Als ich die dritte von vier Laufrunden heruntergebogen hatte, hoffte ich nur noch, dass ich die letzte Runde irgendwie überlebe. Ein Blick auf die Uhr motivierte mich für die letzten Kilometer, da ich realisierte, dass ich eine Sub 10 Stunden Zeit locker schaffen kann. Also biss ich noch einmal die Zähne zusammen und versuchte nicht langsamer zu werden. Kilometer um Kilometer verging und plötzlich war ich auf der Finishline. Es war einfach unbeschreiblich. Ich wusste, dass ich den Europameistertitel in meiner Agegroup erkämpft hatte und konnte den Zieleinlauf so richtig genießen.
Ich war richtig fassungslos und konnte es gar nicht glauben, dass ich es nach dieser verpatzten Vorbereitung geschafft hatte Europameisterin zu werden und damit erneut die Qualifikation für Hawaii geschafft habe. Ich bin wirklich froh, dass ich mich an den Start gewagt habe, denn ehrlich gesagt, mit einer solchen Leistung hätte ich nach den letzten 4 Wochen nicht gerechnet.

Danke für die vielen Gratulationen und alle die sich mit mir so mitgefreut haben, insbesondere meine Vereinskollegen vom Schwimm Aktiv Club und von der LG Südkärnten. Besonderer Dank gilt natürlich an Gerhard der mich wieder perfekt vor, während und nach dem Rennen unterstützt hat, sowie an meinen Trainer Achim, der mich bis zum Rennen wieder genau hinbekommen hat – obwohl wir beide es noch 10 Tage vor dem Rennen für eher unmöglich gehalten haben –dass ich überhaupt starten werden können.
Für mich heißt es jetzt einmal regenerieren bevor das Training für Hawaii startet. 

Mittwoch, 28. Juni 2017

DNS EM Kitzbühel und Vorschau Ironman EM Frankfurt



Leider hat mich eine Woche vor der Triathlon EM in Kitzbühel ein Virus komplett niedergestreckt. An einen Start war absolut nicht zu denken. Leider ist die Infektion so langwierig, dass ich nach wie vor nicht richtig trainieren kann und somit auch die Ironman Europameisterschaften in Frankfurt stark am wackeln ist. Ob ich in Frankfurt an der Startlinie stehen werde steht wirklich in den Sternen. Sollte ich nicht komplett gesund sein – so werde ich wohl schweren Herzens auf einen Start verzichten. Eines steht leider schon definitiv fest – top fit und voll im Saft werde ich sicher nicht an der Startlinie stehen, da die letzten drei Wochen einfach zu viel Substanz gekostet haben und sich die gute Form leider verabschiedet hat – was ich jetzt in den letzten 10 Tagen auch nicht mehr ändern kann.
Ich bin aber schon dabei einen Plan B zu schmieden. Bis dahin hoffe ich endlich wieder ganz gesund und voll einsatzfähig zu werden.

Sonntag, 7. Mai 2017

Sieg beim Gösselsdorfersee Duathlon

Es ist mir wirklich gelungen nach 2015 und 2016 auch 2017 mein Heimrennen, den Gösseldorfersee Duathlon, über 5km Laufen, 18 Kilometer Radfahren und 2,5km Laufen zu gewinnen und mir somit wieder den Kärntner Landesmeistertitel zu sichern.
Das Wetter war wie bestellt. Die Sonne strahlte und es hatte um die 20 Grad. Nachdem ich meine Startunterlagen geholt habe, bin ich noch einmal locker die Radstrecke abgefahren um sicher zugehen, dass noch alles beim Alten ist. Gestartet wurde in Wellen und wir Frauen wurden rund 3 Minuten hinter den Männern losgelassen. 
Auf dem ersten Kilometer gab Lisi Pölzl gleich einmal den Ton an. Nach einem Kilometer überholte Marlies Penker Lisi und übernahm die Führung. Ich für meinen Teil bin mein Tempo gelaufen, konnte nach rund 2 Kilometern die zweite Position vor Lisi und hinter Marlies übernehmen.
Der Abstand zu Marlies nach vorne vergrößerte sich kontinulierlich und so kam ich mit rund 30 Sekunden Rückstand in die Wechselzone. Ich wusste, dass ich einen gescheiten Radsplit hinlegen musste, um mir die Chance auf den Sieg zu wahren. Einerseits musste ich den Rückstand aufholen und andererseits musste ich noch eine Polster für das zweite Laufen herausfahren, da Marlies auf jeden Fall die stärkere Läuferin von uns beiden ist. Der Wechsel aufs Rad funktionierte nicht ganz reibungslos. Ich bin fast nicht in den zweiten Radschuh hineingekommen – irgendwie hab ich es dann Gott sei Dank doch geschafft.
Mit voller Kraft bin ich den ersten Anstieg hinaufgejagt und habe am höchsten Punkt bereits auf Marlies aufgeschlossen. Nach der kurzen Abfahrt hab ich dann die Führung übernommen. Ich habe richtig Druck gemacht und bin auf Teufel komm raus gefahren. Die lange Abfahrt nach Sittersdorf gestaltete sich ganz schön schwierig, da sehr starker Seitenwind mich ganz schön im Griff hatte. Ich hatte richtig zu tun um auf der Straße zu bleiben. Auf dem Weg zurück nach Gösselsdorf fuhr ich leider auf ein Auto auf, das die Athleten vor mir nicht überholte, obwohl die Straße frei war. Ich schrie so laut ich konnte, dass das Auto fahren sollte – doch es fuhr ganz brav hinter den anderen Teilnehmern, die um einiges langsamer waren als ich, nach. Leider konnte ich das Auto nicht links überholen – da das ein Disqualifikationsgrund gewesen wäre. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich dann endlich rechts am Auto vorbeifahren und endlich wieder Geschwindigkeit aufnehmen. Mit einer richtigen Wut im Bauch, da ich durch diese Aktion einiges an Zeit verloren habe, bin ich in den Anstieg in der zweiten Runde hinein gefahren. Ich dachte mir nur, dass ich schneller fahren muss um mir die Chance auf den Sieg zu wahren. In der zweiten Runde hatte ich dann freie Fahrt und konnte ein gescheites Tempo fahren und gefühlsmäßig einen guten Zeitpolster aufbauen. Der Wechsel zum Laufen funktionierte perfekt und als ich bei der Wechselzone raus gelaufen bin, waren meine Verfolgerinnen noch nicht zu sehen. Ich wusste, dass ich mehr als 30 Sekunden Vorsprung haben musste, und wenn ich keinen dramatischen Einbruch habe, den Sieg nachhause bringen kann. Trotzdem war ich ein wenig unsicher – da in den letzten beiden Jahren das zweite Laufen nie gut funktionierte und ich immer richtig Probleme hatte.
Dieses Mal fühlten sich aber meine Beine noch super an und ich konnte schnell mein Tempo finden. Nach rund 1,5 Kilometer wusste ich dass das Laufen wirklich rund läuft. Die letzten 500 Meter konnte ich richtig genießen und bin super happy nach 1:02:33 als strahlende Siegerin vor Marlies Penker und Lisi Pölzl über die Ziellinie gelaufen. 
Beim Radfahren konnte ich den beiden Mädels mehr als drei Minuten abnehmen und beim zweiten Laufen hab ich dann auch noch meinen Vorsprung mit der Laufbestzeit ein wenig ausbauen können. Danke an Marco Auprich und das gesamte Tri Team Gösselsdorf für den wiederum perfekt organisierten Wettkampf und die super tolle Trophäe die einen ganz besonderen Platz bekommen hat. Danke an alle Schwimm Aktivler und LGSler, die so zahlreich am Streckenrand waren und mich zum Sieg getragen haben.  Danke Manfred Hirn für die tollen Fotos.

Montag, 24. April 2017

Gesamtsieg beim Laguna long Ligaman

Eigentlich standen das Wochenende die Österreichischen Meisterschaften im Duathlon am Programm, für die ich mich aber im wahrsten Sinne des Wortes nicht wirklich erwärmen konnte. Aufgrund der prognostizierten frostigen Witterungsbedinungen in Niederösterreich, entschloss ich nach einem kurzem Wettercheck, doch lieber nach Italien zu fahren um dort ein wenig Tempohärte zu trainieren. In Cavallino Treporti (in Nähe von Jesolo) fand am Samstag ein Sprinttriathlon mit Windschattenfreigabe (Draftrace, 0,75km swim, 20km bike, 5 run) und am Sonntag der Laguna long Ligaman (1,8km swim, 50km bike, 13km run) mit Windschattenverbot statt. Damit sich die Reise nach Italien auch auszahlt, hab ich mich gleich für beide Rennen angemeldet um auszutesten, ob die Ernährungsumstellung seit Herbst wirklich Früchte trägt und ich jetzt auch zwei Tage hintereinander harte Einheiten vertrage.
Die Witterungsbedingungen am Samstag waren perfekt. Die Sonne strahlte mit uns Athleten um die Wette und es hatte um die 18 Grad Lufttemperatur. Das einzige was sich noch ein wenig unfreundlich präsentierte, war die Wassertemperatur – die mit 15 Grad doch ein wenig frisch war. Gegen 12.00 Uhr Mittag wurden wir Frauen mit der ersten Welle losgeschickt. Das Schwimmen funktionierte problemlos und ich stieg nach 750 Meter erwartungsgemäß mit ca. zweieinhalb Minuten Rückstand auf die starken Schwimmerinnen als 9te aus dem Wasser.
Beim Wechsel dann die erste Schrecksekunde – beim Öffnen des Neos verklemmte sich das Reißverschlussband des Triathlonanzuges und ich schaffte es nicht aus dem Neo rauszukommen. Verzweifelt zog ich am Band doch es tat sich einfach nichts. Ich musste zuschauen wie mich eine Athletin nach der anderen in der Wechselzone überholte. Ich zog –nein besser gesagt riss ich mit aller Kraft an dem Band – und kurz bevor ich das Handtuch geschmissen hätte, habe ich es dann doch irgendwie mit roher Gewalt geschafft, das Reißverschlussband vom Triathlonanzug abzureißen um aus dem Neo zu kommen. Als 13te konnte ich dann endlich die Wechselzone verlassen. Das Radeln klappte sehr gut und in der ersten Runde konnte ich auch richtig gut Boden machen. In der zweiten Runde kommen dann immer die Männer dazu und da kann man dann eigentlich nichts mehr gut machen, da die vorderen Mädels auch in einer Männergruppe fahren können und sich der Abstand somit recht konstant hält. Trotzdem konnte ich mit Abstand den besten Radsplit hinlegen und einiges an Boden gutmachen. Der Wechsel zum Laufen klappte perfekt und ich konnte von Anfang an eine super Pace Laufen. Beim Laufen konnte ich zwar noch richtig Boden gut machen und ebenfalls mit Abstand die beste Laufzeit auf den Asphalt brennen, aber leider reichte es knapp nicht für das Gesamtpodium. Schlappe 9 Sekunden fehlten mir auf die Dritte und ohne dem Missgeschick in der ersten Wechselzone wäre wohl sehr viel mehr möglich gewesen. Sehr gefreut habe ich mich aber, dass die junge Tirolerin Marilena Swidrak den Gesamtsieg nach Österreich holen konnte. Ich durfte mich natürlich über den Altersklassensieg freuen und dachte mir nur, dass mein Rennen ja erst morgen kommt. 
Der Sonntag präsentierte sich genau so freundlich wie der Samstag und ich fühlte mich trotz der Vorbelastung durch das Sprintrennen richtig gut und fit. Ich konnte es kaum noch erwarten meine neue Freundin Walpurga endlich bei Wettkampfbedingungen auszutesten. So wie Samstag wurde das Rennen gegen 12.00Uhr gestartet, wobei wir Frauen aber dieses Mal als letztes in Wasser gelassen wurden und in der dritten Startwelle losgelassen wurden. Von Anfang an konnte ich im 15 Grad kühlen Lagunenwasser meinen Rhythmus finden und bin die 1,8 Kilometer recht solide geschwommen und wechselte als Dritte zum Radfahren. Dieses Mal klappte der Wechselperfekt. Schon nach der ersten Runde konnte ich die Führung übernehmen und habe diese bis zum Wechsel ausbauen können. 
Meine Beine fühlten sich gut an und es wunderte mich richtig, dass es trotz Wettkampf am Vortag, so rund gelaufen ist. Mit mehr als zwei Minuten Vorsprung wechselte ich nach den topfebenen 52 Kilometern radeln auf die 13 Kilometerlange Laufstrecke. 
Von Anfang an konnte ich auch beim Laufen meinen Rhythmus finden und eine konstante zügige Pace laufen.
Die Laufstrecke war eine Pendelstrecke die drei Mal zu laufen war und so konnte ich bei jeder Wende den Abstand zu meinen Verfolgerinnen beobachten. Auch beim Laufen konnte ich Kilometer um Kilometer meinen Vorsprung ausbauen und durfte nach 2:53:26 als strahlende Siegerin mit mehr als 8 Minuten Vorsprung über die Ziellinie laufen. 
Ich würde mal sagen, dass ich einen fast perfekten Saisonstart hingelegt habe und der Aufbau Richtung EM Kitzbühel und Ironman EM Frankfurt sehr gut passt. 

Mittwoch, 15. Februar 2017

Was geht 2017 ab?


2017 wird ein besonderes Jahr für mich und steht ganz unter dem Motto Europameisterschaften. Schon im letzten Jahr habe ich mich für die Age Group-Europameisterschaften über die Olympische Distanz, die heuer in Kitzbühel stattfinden, qualifiziert.
Dort werde ich natürlich versuchen mit um den Titel zu kämpfen und klares Ziel ist natürlich Edelmetall. Der Damenbewerb findet am 17 Juni statt. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es für mich am 8.Juli weiter zur nächsten Europameisterschaft in Frankfurt. In der Königsdisziplin – dem Ironman – werde ich versuchen mein Bestes zu geben und ebenfalls um das heißbegehrte Edelmetall kämpfen. Was ich danach machen werde steht noch in den Sternen und ich werde das erst nach dem Ironman entscheiden. 
Ab heuer zähle ich endgültig zu den „Triathlonseniorinnen“, da ich in der Mastersklasse angekommen bin. Trotzdem möchte ich auf jeden Fall an meine Leistungen der letzten Jahre anschließen und habe die Hoffnung nach dem perfekten Ironmanrennen noch nicht aufgegeben. Vielleicht klappt es ja heuer, dass ich in allen drei Disziplinen eine hohe und konstante Leistung abrufen kann.
Welche Vorbereitungs- und Trainingswettkämpfe ich absolvieren werde, werde ich gemeinsam mit meinem Trainer Achim Mörtl eher kurzfristig entscheiden – bin aber sicher, dass ich bei dem einen oder anderem Lauf und Triathlon in Kärnten anzutreffen sein werde.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Ironman Hawaii - mein Weg in die Top 10


Nach einem Jahr Vorbereitung war er endlich da – mein großer Renntag bei der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii. Der Ironman ist aufgrund der extremen klimatischen Bedingungen, des starken Windes sowie der hohen Leistungsdichte wohl der anspruchsvollste Ironman der Welt. Der Wind auf der Radstrecke bricht so manchen Athleten und wenn es der Wind nicht geschafft hat einen Athleten in die Knie zu zwingen, versucht beim abschließenden Marathon mit 300 Höhenmetern die brütende Hitze, gemeinsam gepaart mit der hohen Luftfeuchtigkeit jeden einzelnen Teilnehmer zu zermürben. Jeder der die Qualifikation in einem der weltweit 40 Ironmanrennen geschafft hat- steht in Hawaii am Start und will beweisen, dass er/sie zu den Stärksten, Schnellsten und Besten der Welt gehört. Dementsprechend ist die Leistungsdichte und oft entscheidet sich das Rennen erst auf den letzten Metern des Marathons.
Bestens vorbereitet und voll motiviert hüpfte ich gegen 4 Uhr früh aus dem Bett. Zum Frühstück gab es leckeren selbstgebackenen Carbocake und Kaffee zum munter werden. Nach dem ich alle meine Utensilien zusammengepackt habe, machte ich mich auf den Weg zum Pier. Ich hatte richtig Glück, da mich gleich ein Bus aufgabelte und so musste ich die 2,5 Kilometer nicht zu fuß gehen. Am Pier angekommen – hieß es erst einmal geduldig in der langen Schlage zum Bodymarking anstellen. In Hawaii ist alles bis zum kleinsten Detail durchorganisiert und man muss, ohne Ausnahmen, jede Station der Reihe nach durchlaufen. Nachdem ich meine Nummer auf die Unterarme geklebt bekommen habe, ging es weiter zum Wiegen- bevor ich dann endlich zu meinem Rad in die Wechselzone durfte. Ich habe für Hawaii Zenzi eingepackt, da das Streckenprofil ihr wie auf den Leib geschneidert ist und ich mit ihr bei starken und böigen Wind einfach besser zurechtkomme als mit dem neuen Argon E118. Nachdem ich die Reifen aufgepumpt habe und die Wettkampfverpflegung in das Trinksystem eingefüllt habe, machte ich mich auf den Weg in den Vorstartbereich. Es folgten die obligatorischen „Örtchenbesuche“ bis es dann auch schon so weit war und wir Agegroupfrauen als letzte Startwelle gegen 7 Uhr in das Wasser gelassen wurden.
Ich schwamm locker vor zur Startlinie und positionierte mich am linken Rand des Starterfeldes –was eine sehr gute Entscheidung war. Pünktlich um 7.10 fiel der Startschuss und ich machte mich gemeinsam mit den rund 700 Frauen auf den Weg.
Von Anfang an kam ich perfekt weg, konnte problemlos mein Tempo schwimmen und kam super in den Rhythmus. Nach rund 1,5 Kilometer - dann die böse Überraschung. Ich bekam in der rechten Fußsohle einen Krampf und konnte nicht weiterschwimmen. Ich versuchte die Fußsohle auszudehnen und hoffte dass ich irgendwie weiterschwimmen kann. Nach einer gefühlten Ewigkeit schaffte ich es dann endlich weiter zu schwimmen. Leider war meine Gruppe natürlich weg und aufholen konnte ich diesen Rückstand natürlich auch nicht mehr. Die Fußsohlen waren irgendwie gar nicht entspannt und ich kämpfte damit, dass ich nicht gleich wieder einen Krampf bekam. Das ging bis zu Kilometer 3 gut – doch dann schoß es mir wieder so richtig ein, sodass ich fast abgesoffen wäre. Die Tränen fluteten meine Schwimmbrille und ich dachte mir nur, dass das nicht wahr sein dufte. Wieder dehnte ich die Fußsohle einige Zeit bis ich endlich weiterschwimmen konnte. Irgendwie habe ich es ans Ufer geschafft. Die Uhr zeige „nur“ 1:07 an – was mich wieder unheimlich motivierte, da mit dieser Schwimmzeit noch alles möglich war.
In der Wechselzone zog ich mein Trikot über und rannte voller Elan zu Zenzi mit der Vorfreude, dass nun endlich meine Aufholjagd beginnen konnte. Dynamisch schwang ich mich auf mein Ponny und versuchte vom ersten Meter an richtig Druck zu machen.
 Schon beim ersten Hügelchen merkte ich aber dass mein Oberschenkel irgendwie träge waren und jeder Tritt richtig ungut weh tat. Es lief ganz und gar nicht rund. Nach 60 Kilometer habe ich mich damit abgefunden, dass es wohl keine grandiose Leistung werden wird. Trotzdem ließ ich nicht locker und kämpfte gegen den Wind und gegen die schmerzenden Oberschenkel. Die Bedingungen beim Radfahren waren in diesem Jahr sehr hart und schwer, da der Gegenwind und die Hitze uns Athleten ganz schön zusetzte. 
Trotz aller Schwierigkeiten versuchte ich während der gesamten 180 Kilometer meinen Ernährungsplan einzuhalten und genug zu trinken. Ich ließ keine Labe Station aus, um mein Trinksystem mit Wasser aufzufüllen und schüttete mir kaltes Wasser über den Kopf und den Körper um mich ein wenig herunter zu kühlen. Die Hitze in der Lavawüste ist extrem und man muss wirklich aufpassen, dass man ja nicht überhitzt. Das heißt, auch beim Radfahren muss man extrem auf die Kühlung achten – da ansonsten die Leistung sehr schnell und sehr rapide absinken kann.
Weiteres darf man ja nicht auf die Ernährung vergessen. Ich mische mir immer vor dem Rennen eine Kohlenhydratflasche inklusive Elektrolyte ab und weiß dass ich diese bis zum Ende der Radstrecke ausgetrunken haben muss – damit ich energetisch immer gut versorgt bin. Nach unfassbar langen 5.39 war ich richtig froh endlich vom Rad steigen zu dürfen und machte mich auf den Weg zum Marathon. Ich wusste, dass ich schon richtig abgeschlagen war und dacht mir eigentlich nur, dass ich einfach noch einen schnellen Marathon runterbiegen will, damit ich so schnell wie nur möglich ein leckeres kaltes Bier bekomme. Erstaunlicherweise fühlten sich meine Beine beim Laufen noch sehr gut an und ich konnte von Anfang an ein Tempo um 4:45 Laufen. 
Bei den Labe Stationen blieb ich immer stehen, um mich gescheit zu kühlen, zu trinken und zu essen. Das kostete zwar enorm viel Zeit – ist aber bei den extremen Bedingungen überlebensnotwendig, da wenn man das nicht konsequent durchzieht, spätestens bei Kilometer 25 die Rechnung präsentiert bekommt. Anfangs überholten mich noch sehr viele Mädels und Burschen, doch umso länger der Marathon dauerte, umso mehr Boden konnte ich gut machen und rollte das Feld im wahrsten Sinne des Wortes von hinten auf. Wie ein Uhrwerk lief ich meine Pace, versorgte mich mit Eiswürfel, trank ausreichend und genehmigte mir regelmäßig ein Gel. 
Ab Kilometer 30 machte es richtig Spaß und ich war richtig motiviert –da ich natürlich realisierte, dass ich auf dem besten Wege war noch in die Top Ten zu laufen. Die letzten 5 Kilometer habe ich so richtig die Zähne zusammengebissen und bin gelaufen, als ob es kein Morgen mehr gibt. Mit einer Marathonzeit von 3.32 bei diesen extremen Bedingungen und mit 307 Höhenmetern habe ich das fast Unmögliche geschafft und bin nach einem sehr durchwachsenen Rennen nach 10.27 noch auf den 8ten Platz vorgelaufen und habe somit mein Ziel, einen Top 10 Platz, mehr als erreicht. 
Auf den letzten Kilometern habe ich anscheinend wirklich noch das letzte aus meinen Körper geholt. Nach der Ziellinie wollten meine Beinchen nicht mehr und ich musste abtransportiert werden. Ich fand mich im Sanitätszelt wieder, wo ich versorgt werden musste. Nach ca. zwei Stunden hatte ich mich dann soweit wieder erholt, dass ich mir meine Finishermedaille holen konnte und endlich mein heiß ersehntes kühles Bier bekam.

Der Tag hat mir persönlich wieder gezeigt, dass man ein Rennen nie aufgeben darf und bis zum Schluss noch alles möglich ist.
Danke an Alle die so mitgefiebert haben und mir die Daumen gedrückt haben. Danke für die vielen Glückwünsche und Gratulationen. Ganz besonders möchte ich mich bei meiner Mutter und Ihrer Freundin bedanken, die mich auf dieser Reise begleitet haben und jede Minute tatkräftig unterstützt haben. Danke auch an Gerhard, der so viel Geduld und Verständnis aufbringen muss, damit ich mein Training durchziehen kann und deswegen oft sehr wenig Zeit für andere Dinge bleibt. Bei meinem nun schon langjährigen Trainer Achim möchte ich mich auch ganz besonders bedanken, der trotz eines sehr schweren Schicksalsschlages, mich mit seinen auf mich zu geschneiderten Plänen immer schneller macht und jedes Jahr zu neunen Höchstleistungen puscht. Danke auch an den Schwimm Aktiv Club, der seit Herbst 2006 immer hinter mir steht, mir super Trainingsbedingungen bietet und es vor allem ermöglicht, dass das Training in der Gruppe richtig Spaß macht. Vielen Dank auch an die LG Südkärnten die mich heuer ganz besonders unterstützt hat.
Allen Trainingskollegen und Freunden Danke für die unzähligen gemeinsamen Stunden in denen wir gemeinsam viel gelacht, geschwitzt aber auch teilweise gelitten haben.In diesem Sinne ALOHA und MAHALO!